FCG MEMBER INSIGHTS – CORONA | STIEBICH & RIETH

Wie geht’s? 

Uns geht es gut, wir gehen besonnen mit der Situation um. Detlef hat das Privileg, dass seine Wohnung über dem Atelier liegt. Julia arbeitet von Zuhause aus. Wir sind in der Lage weitgehend normal weiterzuarbeiten, da wir alles im direkten Umkreis produzieren und unser Leder auch aus Deutschland kommt. Und man muss gestehen: Wir ziehen aus der Ruhe momentan auch Kraft.

 

Womit könnt ihr derzeit schwer umgehen? 

Mit der Ungewissheit. Wie plant man für eine Zukunft, die ungewiss ist? Wie lange wird es dauern, bis wieder Normalität zurückkommt? Wird es wieder normal? Welche unserer Kunden werden am Ende ihre Geschäfte wieder eröffnen können? Wir denken außerdem, dass es diesen Herbst nicht die Möglichkeit geben wird, Messen zu veranstalten. Wo werden wir also gesehen — und sind auch neue Arten der Präsentation möglich? Darin liegt auch eine Chance!

 

Wie kann man euch jetzt unterstützen?

Die Angst, von der wir glauben, dass sie gerade viele kleinere Labels haben, ist, in der diesem Chaos zu verschwinden. Dagegen bedarf es ganz konkret wirtschaftlicher Unterstützung und finanzieller Entlastung.

 

Welche Auswirkungen wird Corona langfristig auf die Modebranche haben?

Für die Herstellung: Die Welt ist auf jeden Fall kleiner geworden! Uns allen wird gerade schmerzlich klar, wie abhängig wir von dieser Globalisierung sind. Vielleicht lohnt sich mal wieder der Blick ins Lokale.

Für den Handel: Lange hatte man Angst vor dem sukzessiven Verschwinden des Einzelhandels.
Jetzt, wo wir sehen, wie es ohne ihn aussehen würde, sehnt man sich ihn zurück. Wir hoffen auf eine Art Renaissance und eine neue Wertschätzung für schöne und individuelle Läden mit persönlicher Ansprache und einer bewussten Produktauswahl.

Für uns als Verbraucher: Hoffentlich ein Wertewandel.

 

Wofür braucht es Mode in Zeiten von Corona?

Mode ist Optimismus, darum brauchen wir sie auch jetzt!